Depot eröffnen 2026: Der komplette Broker-Vergleich

Ein Depot eröffnen dauert keine 15 Minuten und kostet bei den meisten Brokern keinen Cent. Ohne Depot kannst du keine Aktien kaufen, keinen ETF-Sparplan starten, nichts. Es ist der erste echte Schritt vom Sparer zum Investor.

Stand: Februar 2026 · Aktualisiert am 02.02.2026

Depot-Markt Deutschland in Zahlen

34 Mio. Depots in Deutschland Quelle: Deutsche Bundesbank 2024
0 € Depotgebühren bei Neobrokern Trade Republic, Scalable & Co.
ab 1 € Sparplan-Mindestbetrag Bei allen Neobrokern
100.000 € Einlagensicherung Gesetzlich garantiert, pro Person

Was ist ein Depot und warum brauche ich eins?

Ein Wertpapierdepot funktioniert wie ein Tresor für deine Aktien, ETFs und Anleihen – nur digital. Dazu gehört ein Verrechnungskonto, quasi das Girokonto fürs Depot. Käufe und Verkäufe laufen darüber. Ohne Depot: keine Aktien.

So einfach ist das. Früher musste man zur Filialbank, Formulare ausfüllen, wochenlang warten. Heute? Smartphone raus, App runter, fertig. Der Markt hat sich komplett gedreht. In Deutschland gibt es mittlerweile über 34 Millionen Depots [Quelle: Deutsche Bundesbank, 2024]. Das ist fast jeder dritte Erwachsene – oder naja, manche haben halt drei Depots.

Was mich damals überrascht hat: Das Depot kostet nichts. Bei fast allen Anbietern. Die verdienen ihr Geld mit Ordergebühren und Spreads, nicht mit Depotführung. Manche zahlen dir sogar Zinsen auf dein Guthaben. Ja, du liest richtig. Der Broker zahlt dir was dafür, dass du Geld dort parkst. 2% bei Trade Republic und Scalable, Stand Februar 2026.

Ich vergleich das mal mit Garagenmiete. Du willst ein Auto fahren? Brauchst ne Garage. Nur dass die Garage hier kostenlos ist, der Schlüssel digital und das Einparken in 10 Minuten erledigt. OK, der Vergleich hinkt. Aber das Prinzip stimmt.

Welcher Broker passt zu mir – und worauf muss ich achten?

Das hängt von drei Sachen ab: Wie oft tradest du, wie viel investierst du pro Order, und welchen Service brauchst du? Für die meisten Einsteiger sind Trade Republic oder Scalable Capital die beste Wahl – kostenlos, simpel, BaFin-reguliert.
BrokerOrdergebührDepotETF-SparplanZinsen auf CashFür wen?
Trade Republic1 €0 €0 € (ab 1 €)2,00%Einsteiger, Sparplan-Fans
Scalable Capital0,99 € (Free) / 0 € (Prime)0 €0 € (2.700+ ETFs)2,00%Vieltrader, ETF-Fans
Smartbroker+0 € ab 500 € (gettex)0 €0 € (1.600+ ETFs)Kostenbewusste Anleger
Finanzen.net Zero0 € ab 500 €0 €0 € (9.500+ ETFs)Maximale ETF-Auswahl
justTRADE1 € (Börse) / 0 € (OTC)0 €0 €Trader + Krypto
Flatex5,90 € flat0 €0 € (5.000+ ETFs)Vieltrader, breite Auswahl
comdirect4,90 € + 0,25%0 € (3 Jahre)*1,5% (Promo: 0 €)Service + Beratung
ING4,90 € + 0,25%0 €0 €Gelegentliche Trader

*comdirect: Ab dem 4. Jahr 1,95 €/Monat, vermeidbar mit aktivem Sparplan. Stand: Februar 2026.

Kurze Einordnung, weil das immer die gleiche Frage ist: Wer nur einen ETF-Sparplan will und sonst nichts, fährt mit Trade Republic oder Scalable am besten. Kostet nichts, geht ab 1 Euro, fertig. Wer mehr Handelsplätze braucht und Analysetools haben will, schaut sich Flatex oder comdirect an. Alle genannten Broker sind BaFin-reguliert, deine Einlagen bis 100.000 Euro durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt.

Mein persönlicher Weg: Ich hab 2019 mit comdirect angefangen. Weil ich es nicht besser wusste und die Werbung überall war. Hab dann nach nem halben Jahr gemerkt, dass ich pro Trade 12 Euro zahle – während Leute bei Trade Republic für 1 Euro handeln. Bin gewechselt. Hat sich gelohnt, ehrlich gesagt.

Wie eröffne ich ein Depot – Schritt für Schritt?

Die Eröffnung läuft bei allen Brokern ähnlich: Registrieren, identifizieren, einzahlen, handeln. Klingt nach viel. Dauert aber keine 15 Minuten. Bei manchen Brokern kannst du nach 10 Minuten schon deine erste Aktie kaufen.

Schritt 1: Broker wählen und anmelden

Website oder App öffnen, E-Mail und Handynummer eingeben. Bei Trade Republic brauchst du nur die App. Scalable geht beides. Dauert 2 Minuten, maximal.

Schritt 2: Persönliche Daten eintragen

Name, Adresse, Geburtsdatum, Steuer-ID. Die Steuer-ID findest du auf deinem Einkommensteuerbescheid oder fragst beim Finanzamt nach. Ohne geht nichts – der Broker muss deine Daten ans Finanzamt melden. Gesetzlich vorgeschrieben, da führt kein Weg dran vorbei.

Schritt 3: Identität bestätigen

Zwei Optionen:

  • Video-Ident: Per Webcam oder Smartphone. Ausweis zeigen, Fragen beantworten. 5-10 Minuten, funktioniert sofort.
  • eID per NFC: Ausweis ans Handy halten, fertig in 2 Minuten. Geht bei Trade Republic und Scalable. War ehrlich gesagt überraschend unkompliziert – ich hatte mit mehr Aufwand gerechnet.

Post-Ident in der Filiale gibt es auch noch. Braucht 1-3 Tage. Macht kaum noch jemand.

Schritt 4: Geld einzahlen

Das Verrechnungskonto wird automatisch erstellt. Geld per Überweisung draufpacken – ist in 1-2 Werktagen da. Trade Republic bietet Sofort-Einzahlung per Apple Pay und Google Pay. Scalable hat SEPA-Instant. Geht also auch schneller, wenn du ungeduldig bist. Kenne ich.

Schritt 5: Freistellungsauftrag einrichten

NICHT VERGESSEN! Sofort nach dem Eröffnen einen Freistellungsauftrag über 1.000 Euro einrichten. Sonst zieht der Broker automatisch Steuern ab – auch wenn du unter dem Freibetrag liegst. Bekommst du zwar über die Steuererklärung zurück, aber wozu der Aufwand?
Vertiefung: Wenn du Broker-Kosten, Einlagensicherung, Anlegerentschädigung und Depotübertrag sauber prüfen willst, lies den neuen Ratgeber Broker & Depot: Kosten, Sicherheit und Auswahl richtig prüfen.

Was kostet ein Depot wirklich – und wo lauern versteckte Gebühren?

Die Depotführung ist bei allen Neobrokern kostenlos. Die echten Kosten stecken woanders: Ordergebühren, Spreads, Wechselkurse bei US-Aktien und ETF-Kosten (TER). Wer selten handelt, zahlt fast nichts. Vieltrader sollten genauer hinschauen.

Die Rechnung ist überraschend simpel. Sagen wir, du machst einen ETF-Sparplan über 100 Euro monatlich bei Trade Republic. Kostet: 0 Euro Depotgebühr. 0 Euro Sparplangebühr. Der ETF selbst hat eine TER von vielleicht 0,2% pro Jahr – das sind 20 Cent pro 100 Euro. Fertig.

Wo es teurer wird: Einzelaktien kaufen. Bei comdirect zahlst du 4,90 Euro plus 0,25% vom Ordervolumen. Bei 500 Euro also 6,15 Euro. Das läppert sich, wenn du oft tradest. Bei Trade Republic? 1 Euro. Immer. Egal ob 50 oder 50.000 Euro.

Kosten-Vergleich: 12 ETF-Sparplankäufe pro Jahr (je 200 €)

  • Trade Republic: 0 € Gebühren – alles kostenlos
  • Scalable Free: 0 € Gebühren – alles kostenlos
  • ING: 0 € Gebühren – ebenfalls kostenlos
  • comdirect: 0 € bis 36 € (je nach Aktion)

Stand: Februar 2026. Spreads und ETF-Kosten (TER) kommen bei allen Brokern dazu.

Versteckte Kosten gibt es trotzdem. Der Spread – also die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs – kann bei Neobrokern mit nur einem Handelsplatz etwas breiter sein. Bei Xetra-Haupthandelszeit macht das vielleicht 0,1% aus. Außerhalb der Börsenzeiten manchmal mehr. Ich hab mal abends um 21 Uhr ne Aktie gekauft und der Spread war 0,8%. Autsch. Seitdem kaufe ich nur noch zwischen 9 und 17:30.

Wie sicher ist mein Geld beim Broker?

Deine Aktien und ETFs gehören dir – nicht dem Broker. Sie sind Sondervermögen. Geht dein Broker pleite, werden die Wertpapiere einfach auf einen anderen Broker übertragen. Das Geld auf dem Verrechnungskonto schützt die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro.

Das ist ein Punkt, der Einsteiger oft nervt. Oder besser: verunsichert. Verständlich. Du gibst einem Unternehmen dein Geld und deine Daten – da will man wissen, was im Worst Case passiert.

Die kurze Antwort: ziemlich wenig. Alle genannten Broker sind BaFin-reguliert. Deine Wertpapiere lagern bei einer Depotbank (Clearstream, HSBC oder Baader Bank) – getrennt vom Vermögen des Brokers. Wenn Trade Republic morgen zumacht, liegen deine 50 Apple-Aktien trotzdem sicher bei der Depotbank.

Das Verrechnungskonto ist bis 100.000 Euro pro Person geschützt [Quelle: Entschädigungseinrichtung deutscher Banken]. Darauf würde ich mich verlassen. Wer mehr als 100.000 Euro Cash beim Broker parkt – naja, der sollte eh überlegen, ob das sinnvoll investiert ist.

Was passiert nach dem Eröffnen – und was sind die nächsten Schritte?

Depot offen? Dann kannst du jetzt deine erste Aktie oder deinen ersten ETF kaufen. Mein Rat: Nicht sofort alles reinwerfen. Starte mit einem kleinen Betrag, mach dich mit der Oberfläche vertraut. Verstehe die verschiedenen Orderarten, bevor du loslegst.

Der häufigste Fehler nach der Eröffnung? Zu viel auf einmal. Ich hab das selbst gemacht. Depot offen, 2.000 Euro drauf, sofort in drei Einzelaktien – ohne echten Plan. Rein aus Bauchgefühl. War nicht schlau. Hätte ich damals mit einem simplen MSCI-World-Sparplan angefangen, wäre ich besser gefahren.

Sinnvolle Reihenfolge:

  1. Orderarten verstehen – Market, Limit, Stop-Loss. Klingt trocken, spart dir aber Geld.
  2. Anlagestrategie wählen – Buy & Hold, Dividende oder aktives Trading? Am besten vorher klären.
  3. Breit streuen lernen – Nie alles auf eine Karte. Nie. Egal wie überzeugt du bist.
  4. ETF-Sparplan starten – Der einfachste Einstieg. Ab 1 Euro. Automatisch. Monat für Monat.

Und noch was, das mir damals keiner gesagt hat: Die ersten Wochen wirst du ständig auf die Kurse schauen. Jede halbe Stunde. Ist normal. Geht vorbei. Nach nem halben Jahr schaust du vielleicht noch einmal die Woche. Nach einem Jahr? Einmal im Monat. So soll es sein.

Häufige Fragen zum Depot eröffnen

Was kostet ein Depot 2026?

Bei allen Neobrokern (Trade Republic, Scalable Capital, Smartbroker+, Finanzen.net Zero, justTRADE) ist die Depotführung komplett kostenlos. Auch bei ING und Flatex: 0 Euro. Nur bei comdirect wird ab dem 4. Jahr 1,95 Euro pro Monat fällig – lässt sich aber mit einem aktiven Sparplan vermeiden.

Welcher Broker ist der beste für Anfänger?

Trade Republic und Scalable Capital. Beide bieten kostenlose ETF-Sparpläne ab 1 Euro, eine intuitive App, 2% Zinsen auf Guthaben und BaFin-Regulierung. Die Eröffnung dauert unter 15 Minuten.

Wie lange dauert eine Depot-Eröffnung?

Bei Neobrokern mit Video-Ident oder eID: 10-15 Minuten. Das Depot ist oft sofort nutzbar. Geld per Überweisung braucht 1-2 Werktage, per Apple/Google Pay geht es sofort. Bei Filialbanken kann es 1-2 Wochen dauern.

Ist mein Geld beim Broker sicher?

Ja. Aktien und ETFs sind Sondervermögen – sie gehören dir, nicht dem Broker. Bei Broker-Pleite werden sie übertragen. Das Guthaben auf dem Verrechnungskonto ist bis 100.000 Euro durch die Einlagensicherung geschützt.

Brauche ich eine Steuer-ID für die Eröffnung?

Ja, die steuerliche Identifikationsnummer ist Pflicht. Du findest sie auf deinem Einkommensteuerbescheid. Alternativ beim Bundeszentralamt für Steuern anfordern. Ohne Steuer-ID kann kein Broker ein Depot eröffnen.

Kann ich mehrere Depots haben?

Ja, problemlos. Viele Anleger nutzen Trade Republic für Sparpläne und einen zweiten Broker für Einzelkäufe mit mehr Handelsplätzen. Wichtig: Den Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro auf die Broker aufteilen.

Was ist ein Freistellungsauftrag und warum brauche ich den?

Der Freistellungsauftrag sorgt dafür, dass deine Kapitalerträge bis 1.000 Euro steuerfrei bleiben. Ohne zieht der Broker automatisch 26,375% Abgeltungssteuer ab – auch unter dem Freibetrag. Das Geld holst du dann über die Steuererklärung zurück. Nervt, muss nicht sein.

Ab welchem Betrag lohnt sich ein Depot?

Ab 1 Euro – dank kostenloser Sparpläne. Keine Mindesteinlage nötig. Selbst mit 25 oder 50 Euro monatlich baust du über Jahre ein Vermögen auf. Bei 7% jährlicher Rendite werden aus 50 Euro monatlich in 30 Jahren rund 61.000 Euro. Der Zinseszins braucht Zeit, aber er wirkt.

Hinweis: Wir erhalten keine Provisionen von den genannten Brokern. Alle Angaben basieren auf eigener Erfahrung und öffentlich zugänglichen Daten. Dieser Artikel dient der Finanzbildung und stellt keine Anlageberatung dar. Investiere nur Geld, dessen Verlust du verkraften kannst. Stand: Februar 2026.